Aufbegehren für Freiheit – der Iran in Bewegung

Vortrag und Gespräch mit Daniela Sepehri am 5. März

Am 5. März 2026 besuchte uns die bekannte Aktivistin und Publizistin Daniela Sepehri
Daniela Sepehri braucht kein Manuskript, keine Notizen und kaum eine Minute, um den Raum in ihren Bann zu ziehen. Mit großer Klarheit und eindringlicher Präsenz beginnt sie ihren Vortrag über die Lage im Iran. Gleich zu Beginn legt sie ihr Handy auf den Tisch und entschuldigt sich dafür: Seit Tagen wartet sie auf einen Anruf von Verwandten im Iran. Die Telefonverbindungen ins Ausland sind immer wieder gestört oder werden gezielt blockiert. Wenn der Anruf kommt, möchte sie ihn sofort annehmen können.
Dann beginnt sie frei, ohne Manuskript. Rund 45 Minuten lang berichtet sie eindringlich über Widerstand, Proteste und die aktuelle Lage im Iran. Im Raum der katholischen Kirche St. Raphael herrscht konzentrierte Stille. Die Menschen hören gebannt zu, viele sichtbar erschüttert von dem, was sie hören.

„Was passiert ist, ist nicht in Worte zu fassen“, sagt Sepehri. Selbst Menschen im Iran, die über Jahrzehnte an Repression und Gewalt gewöhnt seien, fänden dafür kaum Worte. Fast jeder kenne jemanden, der getötet, verletzt oder verhaftet worden sei. Insgesamt seien rund 50.000 Menschen festgenommen worden. Unter Folter würden Geständnisse erzwungen, und manche der Gefangenen seien so jung gewesen, dass sie auf Bildern noch Schuluniformen trugen. In den überfüllten Gefängnissen erlebten die Inhaftierten häufig auch sexualisierte Gewalt.

Nach dem Vortrag entwickelt sich eine intensive Fragerunde. Die Stimmung im Raum bleibt bis zuletzt aufmerksam und bewegt. Am Ende gehen viele mit dem Eindruck nach Hause, dass diese Welt veränderbar ist, und dass jede und jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Dazu kommt die Dankbarkeit dafür, in Freiheit und Demokratie leben zu dürfen.

Das Telefon, das den ganzen Abend über neben Daniela Sepehri auf dem Tisch lag, bleibt still. Der erhoffte Anruf aus dem Iran kommt an diesem Abend nicht.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht der Katholischen Erwachsenenbildung in der Region Lahn, die den Abend ermöglicht hatte.

 

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