Materia prima
Im Rahmen der Globale Mittelhessen zeigen wir den Dokumentarfim "Materia prima" (Deutschland 2026; externer Link zum Trailer mit kurzer Werbung vorab).
"Materia prima" ist spanisch für "Rohstoff. Der Rohstoff Lithium ist unverzichtbar für die Energiewende. An keinem Ort der Welt gibt es mehr von dem begehrten Metall als im Hochland Boliviens. Ohne Lithium würde kein Stromspeicher, kein Elektroauto und kein Smartphone funktionieren. Die Europäer wollen den Rohstoff, um ihre Automobilindustrie zu retten. Die Bolivianer wollen ihn, um die Armut zu bekämpfen. Während die bolivianische Regierung mit Unternehmen aus aller Welt verhandelt, mobilisieren sich in ländlichen Gebieten zivilgesellschaftliche Gruppen. Der Film macht die gegensätzlichen Interessen bezüglich des Rohstoffabbaus und der Industrialisierung in einem Land des globalen Südens sichtbar.
Die Gegenwart wird von fünfhundert Jahren Kolonialgeschichte überschattet. Die Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert, die im Film immer wieder zitiert wird, verändert den Blick auf die heutige Welt und wirft die Frage auf: Sind wir bereit zur Dekolonialisierung?
Im Nachgang laden wir zu einem Filmgespräch mit Dr. Stefan Peters (Bogotá / Gießen) ein. Dr. Stefan Peters ist Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts (CAPAZ) mit Sitz in Bogotá sowie Professor für Friedensforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Professur für Friedensforschung beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Analyse von Friedensprozessen und Konflikten sowie mit den Nord-Süd-Beziehungen und entwicklungspolitischen Themen.
In Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung Limburg und Wetzlar, Lahn-Dill-Eder. Der Eintritt ist frei!
Regie/Produktion: Jens Schanze
Laufzeit: 90 Minuten
Sprachen: English, Quechua, Spanish mit deutschen Untertiteln
WANN Sonntag, 25.10.2026 um 19:00 Uhr
WO Kulturkirche St. Raphael, Launsbacher Straße, 35435 Wettenberg-Wißmar
"Die Drehorte lagen zwischen 3.500 und 4.500 Metern über dem Meeresspiegel. Dies erforderte äußerst sorgfältige Vorbereitung, um die Teammitglieder vor Höhenkrankheit zu schützen.
Einige unserer Protagonisten leben unter prekären Bedingungen. Durch sorgfältige Vorbereitung und intensive Kommunikation vor, während und nach den Dreharbeiten, unterstützt von unseren bolivianischen Teammitgliedern, haben wir versucht, keine eurozentrischen Perspektiven zu reproduzieren, voyeuristische Momente zu vermeiden und die Würde jedes Einzelnen zu respektieren." (Produzent Jens Schanze)